Eine offene Beziehung als Produkt der Gesellschaft, die sich nicht festlegt?

Ist eine offene Beziehung und Polyamorie ein Produkt der Gesellschaft, die sich nicht festlegen will? (Teil 2/2)

Jun 24
Selbsthilfe

Eine offene Beziehung ist in der Gesellschaft oft verpönt und mit Missverständnissen verbunden. Dies ist der zweite Teil von dem Interview mit Kathrin Weidner, Coach für Polyamorie und offene Beziehungen, indem wir diese Missverständnisse lüften. 

Im ersten Teil beantworten wir grundlegende Fragen aus der Community, sprechen unter anderem über die Unterschiede zur monogamen Beziehung, Beweggründe eine Beziehung zu öffnen, Grundregel, Eifersucht und vieles mehr.

Wenn du das noch nicht gelesen oder im Podcast gehört hast, schau da gerne zuerst rein.

In diesem zweiten Teil werden Kathrin, Coach für offene Beziehungen, und ich von unseren Erfahrungen berichten. Wir werden außerdem darauf eingehen, wie du deinem Partner erklären kannst, dass du die Beziehung öffnen willst, ob Partner die fremdgehen auch gleich polyamor sind oder Polyamorie ein Produkt unserer modernen Gesellschaft ist, um sich nicht festlegen zu müssen.

Außerdem erzählt dir Kathrin ein bisschen mehr von ihrem Projekt: Der sicheren Internetplattform für alle, die in Polyamorie und/oder offene Beziehung interessiert sind oder sogar schon danach leben.

Wie bin ich in eine offene Beziehung gekommen?

Monogam oder Polyamerie

Mein Weg in die Polyamorie

Mai: Tatsächlich ist das jetzt meine erste offene Beziehung. Ich bin jetzt seit über drei Jahren mit dem Oli zusammen und zu Beginn haben wir diese Standard-Beziehung geführt, weil wir da gar nicht drüber nachgedacht haben.

Mit der Zeit hat sich dann im Gespräch miteinander herausgestellt, dass er schon zehn Jahre in einer offenen Beziehung gelebt hat.

Das fand ich ultraspannend, weil das ja das war, was ich sowieso schon immer wollte. Ich habe wirklich meinen beiden Partnern vor ihm genau das vorgeschlagen, sogar mehrmals.

Aber ich habe immer ein Nein bekommen und mich dann immer komplett zurückgezogen und mich nicht weiter mit dem Thema beschäftigt noch irgendwie den Partner damit weiter genervt. 

Kathrin: Hat dich das dann gar nicht abgeschreckt, als du das von Oli gehört hast?

Mai: Nein, gar nicht, ich fand das voll spannend. Ich habe dann immer mehr darüber nachgefragt und dann ging es darum, ob wir das zusammen mal ausprobieren wollen.

Ab da haben wir die Reise begonnen. Er hatte einfach viel Erfahrung und konnte mir immer wieder viel mitgeben und ist sehr geduldig.

Eine offene Beziehung hat auch einfach so viel mit Geduld mit sich selber und mit dem anderen zu tun.

Wie oft ich irgendwelche Szenen gemacht habe. Der Oli ist da total geduldig mit mir gewesen: Was ich den fühle, wobei ich das fühle, wie es mir denn damit geht, was genau löst das Gefühl aus?

Ein Grund, warum unsere offene Beziehung so gut funktioniert hat und immer noch funktioniert ist, dass wir unterschiedliche Erfahrungsstände hatten. Dass er mich quasi mitnehmen konnte und mich in meinen wilden Gedanken immer wieder auffangen konnte.

Er dann auch schon im Austausch mit anderen Menschen war, während für mich alles so neu war.

Vorher waren es nur Hirngespinste, die absolut surreal waren, man hätte es gerne so, aber wenn es dann wirklich in der Realität passiert, steht man auf einmal vor ganz anderen Herausforderungen. Da bin ich sehr dankbar für.

Kathrin: Ich finde es so schön, wie er dich da halten kann und dir den Raum geben kann. Ist bei uns auch so ähnlich und ich finde das auch so ein wahnsinnig wichtiger Bestandteil von einer offenen Beziehung oder auch anderen Beziehung, dass man auch okay ist, wenn es einem gerade nicht so gut geht.

Wie viele Szenen ich gemacht habe in meinem Leben, das kann ich gar nicht an einer Hand abzählen. Dass man einfach mal so sein darf, und man damit nicht falsch ist.

Wenn es einem schlecht geht und man sich treffen möchte oder wenn es einem gut geht und man sich treffen möchte.

Das ist finde ich eine Qualität, die unsere Beziehung dazugewonnen hat, sich gegenseitig zu halten. Damit wird auch die Schuldgabe entkoppelt.

Da hat man dann die Chance zu reden und der Mensch, der dir das “verursacht” ist da zur Unterstützung.

Muss man mit sich selbst im Reinen sein, damit eine offene Beziehung funktioniert?

Wie funktioniert eine offene Beziehung

Wie funktioniert eine offene Beziehung?

Mai: Eine weitere Frage ist, ob man sich selbst supergut kennen muss, damit das mit einer offenen Beziehung funktioniert?

Kathrin: Also ich würde sagen, dass es ungemein hilft und man fast nicht drumherum kommt, zumindest nicht dann, wenn man das Ganze als spirituelles und persönliches Wachstum sieht.

Ich finde, eine offene Beziehung ist auch einfach, eine Chance sich besser kennenzulernen und sich mit sich auseinanderzusetzen, mit sich ins Reine zu kommen oder eben auch mal anzuerkennen, dass man gerade nicht zentriert ist.

Es wäre eine verpasste Chance, wenn man sich darüber nicht besser kennenlernt.

Aber ich finde nicht, dass man irgendwie bei sich angekommen sein muss, um loslegen zu können.

Mai: Keine Grundvoraussetzung aber es kommt irgendwie mit. 

Wie erkläre ich meinem Partner, dass ich gerne eine offene Beziehung führen würde?

Wenn du dich verkuckt hast - Polygamie

Wenn du dich verkuckt hast - Polyamorie

Mai: Der Kelly fragt noch: Wie kommuniziert man denn den Wunsch nach einer offenen Beziehung, ohne das der Partner das Gefühl bekommt in die Ecke gedrängt zu werden oder sogar Ablehnung zu spüren?

Kathrin: Ja das ist ganz schwierig. Eine Frage, die ganz oft kommt. Im Prinzip kann man das nicht vermeiden. Klar man kann es achtsam angehen, man kann es vorsichtig angehen und man kann gewaltfreie Kommunikation verwenden, man kann darauf achten, dass das Set-up richtig ist, man kann immer wieder betonen, dass es nicht darum geht die Beziehung zu beenden, nicht darum geht den Partner abzulehnen, sondern dass es darum geht ein eigenes Bedürfnis zu kommunizieren und das darauf auch erst einmal keine sofortige Handlung erfolgen muss.

Wie der Partner, dass dann aufnimmt, steht nicht in deiner Macht. Du kannst dein Bestes geben so liebevoll, mitfühlend, vorsichtig und achtsam zu kommunizieren, aber wenn der Partner das trotz aller Vorsichtsmaßnahmen schlecht aufnimmt, dann steht das nicht in deiner Macht und ist auch nicht deine Verantwortung.

Dieses Gefühl macht der Partner sich selber. Das macht  sich jeder selber, da bist du nicht schuld daran, wenn sich jemand schlecht fühlt, sondern es ist natürlich wieder Verantwortung des anderen, der das gesagt bekommt, damit umzugehen.

Natürlich ist es oft so, dass man in dem Moment, wenn man diese Botschaft zum ersten Mal hört, dass man damit vielleicht nicht gut umgehen kann. Das man erst einmal denkt, dass man abgelehnt wird, der andere möchte die Beziehung beenden und ich bin es nicht wert.

Die Frage, die ich mir immer selber gestellt hatte, war: “Warum bin ich ihm denn nicht genug? Warum müssen da noch anderen sein?” Und es ist eine ganz normale Reaktion. Das stößt oft einfach auf Ablehnung bei Partnern.

Man hat nicht immer eine Mai, sondern vielleicht hast du einen Partner, der das erst einmal ablehnt. Und das ist auch okay. Das heißt noch nicht, das es nie möglich sein wird, sondern es ist ein Prozess, wo man weiter darüber reden kann, man sich weiter damit auseinandersetzen kann.

Es darf auch erst mal knallen. Man darf das Thema auch erst einmal wieder liegen lassen. Aber dann auch schauen, wie ihr weiterhin damit umgehen wollt. Was sagst du denn dazu?

Mai: Es ist so schwierig. Im Prinzip stimme ich dir voll zu. Gleichzeitig sehe ich halt eine Beziehung, wo der Mann sagt: “Ich bin poly, ich will so leben.” Und sie sagt: “Nein ich bin monogam, ich will so leben.” Wie kann man so eine Beziehung aufrechterhalten?

Wenn sie eigentlich aneinandergebunden sind, z. B. über ein Kind und sie sagen sie wollen eigentlich gemeinsam so weiterleben aber er schneidet sich halt irgendwo auch ein Stück von sich ab.

Kathrin: Wenn man an diesen Punkt kommt wo man es das erste Mal ausgesprochen hat, oder es gibt ja auch Paare, die sich schon lange damit beschäftigen, ob sie öffnen wollen oder nicht und einfach zu dem Schluss kommen, dass ein Teil das möchte und der andere nicht, es wirklich schwierig wird, finde ich.

Einer muss sich dann was abschneiden. Ist es das wert? Gibt auch die Konstellation, wie aus deinem Beispiel im ersten Teil, der eine lebt es aus der andere nicht.

Ich muss es ja nicht selber in Anspruch nehmen, wenn das nicht mein Ding ist, vielleicht kann ich es bei meinem Partner akzeptieren und Verständnis aufbringen.

Wenn ich das nicht kann und ihm vorschreiben möchte das dies mit mir nicht funktioniert, dann muss derjenige entscheiden, wie wichtig es einem ist. Das ist so schwierig, weil was heißt schon wichtig. Es ist einfach keine Hierarchie. Da ist es superschwer zu entscheiden. 

Trennt man sich am Ende vielleicht sogar, obwohl es eine superschöne Beziehung ist und alles gestimmt hat, man das Bedürfnis einfach nicht ignorieren kann.

Sind Partner, die fremdgehen eigentlich polyamor?

was tun bei Eifersucht

Fremdgehen = Polyamorie?

Mai: Witzige Frage: Wie viele Leben denn vermutlich poly, ohne es zu wissen? Wenn man fremdgehen dazu berechnet?

Kathrin: Wie viele es sind, weiß ich tatsächlich nicht. Aber können wir doch gerade mal berechnen. Beim klassischen Fremdgehen wird man nichts Aussagekräftiges finden, weil da keiner ehrlich ist, aber es gibt ja irgendwie Statistiken wo die Zahl zwischen 40 und 70 Prozent schwanken. Das wären viele wobei das ja dann nicht poly ist. Wobei wieso eigentlich poly?

Mai: Genau das ist die große Frage, muss man dann wieder definieren. Fremdgehen ist ja auch nicht direkt poly, sondern würde man ja eher Richtung offen schieben.

Kathrin: Es heißt ja auch nicht wer fremdgeht, landet in einer offenen Beziehung, das ist etwas ganz anderes. Da ist kein Bewusstsein da, kein Gespräch, keine Kommunikation mit dem Partner.

Mai: Man hat sich für sich selber geöffnet. Alleine. Ich habe gerade mal kurz gegoogelt. Die Zahlen schwanken. Wikipedia sagt: ”Forschungsinstitut Zensus: Der Zensus hat ausgewertet, dass lediglich 25 Prozent der Männer tatsächlich fremdgehen.” Nehmen wir mal so hin.

Kathrin: Für manche Paare kann es auch einfach okay sein die Augen davor zu verschließen. Manche wissen unterschwellig, dass der Partner fremdgeht, wollen es aber einfach nicht wissen.

Da muss man sich überlegen: Ist das wirklich das, was ich in einer Beziehung will? Einen Elefanten im Raum zu haben und das Thema nie anzusprechen.

Oder kann es uns vielleicht auch weiterbringen da mal drüber zu reden?

Ist Polyamorie das Produkt daraus sich “nicht festlegen” zu können?

was ist das richtige fuer dich - monogam, polyamerie, oder was ganz anderes

Was ist das richtige für dich - Monogam, Polyamorie, oder was ganz anderes?

Mai: Noch eine sehr spannende Frage: “Unserer Generation wird oft vorgehalten, sie könne sich nicht richtig festlegen und müsse sich alles zwanghaft offenhalten. Sind Beziehungen mit mehreren Personen nicht auch ein Produkt und eine Bestätigung dessen?

Kathrin: Beste Frage. Hab ich mir auch schon so viele Gedanken darüber gemacht. Möchtest du zuerst antworten?

Mai: Ja gerne. Ich finde es auch sehr spannend und es ist diskutierbar. Ich höre dieses Argument tatsächlich häufig. Für mich ist es aber tatsächlich so, wenn man es wirklich ernst meint, mit einer offenen/ polyamoren Beziehung ist es meiner Meinung nach sogar mehr Commitment als “einfach” in einer monogamen Beziehung zu sein und vielleicht ab und zu fremdzugehen.

Also für mich ist es nicht so, dass ich mir alles zwanghaft offenhalten möchte. Ich halte mir sexuelle und andere Begegnungen offen aber ich gehe noch viel mehr ein viel größeres Commitment mit meinem Partner ein.

Ich gehe ein Commitment mit mir selber ein, immer wieder weiter an mir zu arbeiten, mir anzuschauen welche Gefühle habe ich, was kommt da hoch, mir die Beziehung zwischen mir und meinem Partner anzuschauen, immer wieder auch in der Beziehung in das Gespräch zu gehen.

Es quasi upgraden. Zu schauen wie können wir die Beziehung noch besser führen. Was kann er tun, damit es mir noch besser geht wenn er das nächste Mal jemanden datet.

Für mich ist es tatsächlich die intensivste Beziehung, die ich bisher hatte und auch tatsächlich das größte Commitment, auch wenn in anderen Beziehungen tatsächlich schon das Gespräch von Kindern und Hauskauf war. 

Für mich ist diese Beziehung echt das größte Commitment. Das einfach mal so aus meiner Sicht.

Kathrin: Das würde ich komplett unterschreiben, das ist etwas sehr Persönliches. Ich bin in dieser Beziehung so committet, weil ich weiß ich darf, so sein wie ich will und ich kann den Partner so annehmen, wie er ist.

Er muss mir nichts vormachen und er muss mir nicht seine Bedürfnisse verschweigen, damit ich ihn liebe. Ich muss nicht meine Bedürfnisse unterdrücken damit ich geliebt und angenommen werde, sondern wir können uns tatsächlich so annehmen wie wir wirklich sind.

Für mich ist das mehr wehrt, als dieses: “Wir sind uns für immer treu und gehen dieses “Opfer” ein auf unsere Bedürfnisse zu verzichten.” Das ist für mich nicht ehrlich genug, nicht echt genug. 

Natürlich gibt es viele, gerade in Berlin und dieser Trend: "Jetzt müssen alle offene Beziehungen führen.” Da steckt oft dahinter sich nicht binden zu wollen, sich nicht auf jemanden einlassen zu wollen, eben nicht in Kommunikation zu treten und eine gemeinsame Basis zu haben, sondern es könnte ja noch etwas Besseres geben.

Da muss man einfach gucken. Wartest du wirklich darauf, dass noch etwas Besseres kommt oder hast du Angst dich wirklich auf jemanden einzulassen. 

Oder ist es so wie bei uns, dass du wirklich eine tiefe Verbindung die auf Ehrlichkeit und Weiterentwicklung basiert möchtest.

Die auch ein gemeinsames Ziel hat. Wenn das so ist, dann kann so eine offene Beziehung oder eine polyamore Beziehung sehr viel mehr ein Commitment sein als in einer monogamen Beziehung, wie du es gesagt hast.

Für mich hat Commitment nicht unbedingt was damit zu tun sich zu entscheiden Kinder in die Welt zu setzen oder ein Haus zu kaufen, sondern sind wir auch für den anderen da, wenn der andere mal nicht so ist wie wir ihn gerne haben wollen.

Für mich spielt auch noch der Aspekt eine Rolle, dass ich mit meinem Partner mein Leben lang zusammen sein möchte. Aber auch nur deshalb, weil ich weiß: Ich darf mich darin weiterentwickeln.

Ich darf mich verändern, ich darf auch jemanden anderen lieben, ich darf jemand anderen toll finden und muss deswegen trotzdem nicht die Beziehung verlassen.

Deswegen ist es eine sehr gute Frage und das ist auch wieder nur für jeden individuell zu beantworten und nicht über einen Kamm zu scheren. Das geht einfach nicht. Man kann nicht sagen: Menschen in offenen Beziehungen sind nicht committet oder laufen nur vor der Wahrheit weg. Das ist einfach der größte Bullshit.

Mai: Und trotzdem hören wir das sehr oft.

Kathrin: Ja und wenn man da noch nicht gefestigt ist in seiner Beziehung, kann das total verunsichern. Klar man kann sich ja fragen: Warum mach ich das eigentlich und ist das wirklich der Weg, den ich gehen will und meine Wahrheit oder halte ich mir irgendwas offen?

Mai: Superspannend. Ich danke der Community für diese tolle Frage.

Führt die Akzeptanz der eigenen Sexualität zur Öffnung der Beziehung?

was bedeutet liebe - polyamorie

Was bedeutet Liebe im Bezug auf Polyamorie?

Mai: Noch eine Frage war, ob eigentlich die Öffnung der Beziehung, die Folge von der Akzeptanz der eigenen Sexualität ist?

Kathrin: Ja bedingt, wie immer. Wenn beide jetzt kein Bedürfnis hätten, anderweitig sexuell aktiv zu sein, was ja absolut der Fall sein kann. Die würden ihre Beziehung auch nicht öffnen aber zumindest ein Teil hat ja anscheinend das Bedürfnis, damit sexuell anders aktiv zu sein.

Mai: Ich habe auch letztens, das fand ich ganz spannend, im Gespräch mit meiner Freundin meinte sie, dass sie mal Zahlen gesehen hat, wo es hieß, dass es Menschen gibt, die so geboren werden.

Wie eine Fähigkeit. Die wissen schon immer oder fühlen schon immer, dass sie poly sind.

Andere spüren schon immer, dass sie monogam sind: Sie wollen diesen einen Partner finden.

Dann gibt es Menschen, die sind irgendwo dazwischen: Für die ist das eine spannend und das andere auch.

Mal schauen, welches Modell ihnen am besten passt. Das finde ich sehr schön, dass einfach nebeneinander zu sehen und anzuerkennen und sich einfach anschauen zu dürfen was für einen stimmig ist.

Nimm das also gerne einfach als Denkansatz mit und überlege was bist du vom Grundtyp her und möchtest du vielleicht noch etwas ausprobieren.

Niemand muss poly sein und niemand muss monogam sein. Das ist ganz alleine dein Bier. 

Kathrin: Ich finde es auch total schön und mir kommen da immer Tränen in die Augen, wenn mir Leute schreiben, dass sie seit 30 Jahren monogam zusammen sind, glücklich sind und Höhen und Tiefen durchgegangen sind.

Ich lehne es überhaupt nicht ab. Es gibt einfach alles und jeder kann das alleine für sich entscheiden. Dieses: Leben lang treu sein bewundere ich total. Es ist bloß nicht meins. Ich kann das nicht, es geht einfach nicht, wenn ich ehrlich zu mir sein möchte.

Ich finde es toll, wenn Leute das wirklich leben und wirklich empfinden. Vielen nehme ich es aber auch einfach nicht ab. 

Das darf man sich eigentlich überall hinschreiben: Es gibt alles und das ist auch alles okay.

Funktioniert der Kinderwunsch in einer offenen Beziehung?

Polyamorie mit Kindern geht das

Polyamorie mit Kindern geht das

Mai: Wie funktioniert eine offene Beziehung mit einem Kinderwunsch?

Kathrin: So viele Paare, die ich aus meinem Coaching kenne, haben Kinder. Die sind schon da, wenn die Eltern sich dafür entscheiden ihre Beziehung zu öffnen.

Das funktioniert genauso, ob da ein Kind da ist oder nicht ist fast schon nebensächlich in dem Sinne.

Man muss sich natürlich viel mehr organisieren, muss sich überlegen und die Fragen stellen, ob man das dem Kind erzählt oder nicht. Ist es in einem Alter, wo es das wissen kann.

Wenn man einen Kinderwunsch hat, ist so ein bisschen die Frage, ob es gerade eine Phase in der Beziehung ist, in der man sich vielleicht nur aufeinander konzentrieren möchte.

Ist es dir wichtig, dass ihr für diesen Zeitraum, in dem du schwanger bist, wenn das Baby geboren wird die Beziehung exklusiv geschlossen ist? Und warum ist dir das wichtig?

Das ist auch wieder superindividuell. Ich würde nicht ausschließen, dass Beziehungen, auch wenn man einen Kinderwunsch hat offen laufen können. Man muss nur einfach wieder in Kommunikation miteinander sein.

Was macht es mit dir, wenn du schwanger zu Hause sitzt, dein Freund ist unterwegs und du fühlst dich vielleicht gerade zu dick, zu aufgeschwemmt?

Da ist es wieder die Eigenverantwortung zu sagen, ob es was mit mir zu tun hat, oder möchte ich ein Bedürfnis äußern und sagen: Ich möchte mich damit gerade nicht auseinandersetzen, kannst du bitte Rücksicht nehmen? Gibt es viele Möglichkeiten, würde ich sagen.

Mai: Ich habe auch von einem Paar erfahren, welches die Beziehung während der Schwangerschaft und der Stillzeit geschlossen hat.

Sie wollten sich einfach gemeinsam auf die Familie konzentrieren und sie sich dann nicht noch mit blöden Gefühlen herumschlagen muss.

Ich meine, das ist eine große Herausforderung für den Körper und die Hormone spielen sowieso verrückt bzw. sie sind anders.

Es ist für die Frau schon schwierig und das sie sich dann nicht noch damit auseinandersetzen muss, wo ihr Mann sich gerade herumtreibt, ist sie eifersüchtig, ist sie traurig.

Sondern einen gemeinsamen Fokus auf die Familie legen. Solang der weibliche Körper und das kleine Baby das braucht.

Kathrin: Finde ich total legitim, muss aber auch nicht so kommen. Ich stell mir das als eine sehr intime Phase vor, dass man sich mal aufeinander konzentrieren möchte oder das auch zelebrieren möchte.

Gerade, wenn man zum Beispiel dabei ist, ein Kind zu zeugen, finde ich das auch schön, die Partnerschaft zu zelebrieren und das für den Zeitraum zu schließen.

Muss aber auch nicht sein. Kann ja sein, dass es dir überhaupt nichts ausmacht und alles so läuft wie vorher. Aber Kinder generell sind überhaupt kein Grund dafür, warum eine offene Beziehung nicht funktionieren kann. 

Ich hatte letztens wieder einen schönen Kommentar auf Instagram. “Wenn es um die ernsten Themen geht, wie Kinder erziehen oder Kinder kriegen dann seid ihr auch am Ende eurer offenen Beziehung.” 

Mai: Ich glaube, das ist in der Gesellschaft immer noch so verpönt das Thema, dass die Paare, bei denen das so ist gar nicht darüber sprechen. Es ist zwar eine offene Beziehung aber ihnen ist es irgendwo peinlich oder unangenehm.

Man steht ja doch immer irgendwie in einer Bewertung. Ich kenne auch einen, der fährt über 100 Kilometer in den nächsten Swingerklub und geht nicht hier vor Ort, damit er nicht jemand treffen könnte den er kennt.

Kathrin: Ich habe letztens auch darüber auf Instagram geschrieben: Man denkt immer das es irgendwie cool ist und das eine offene Beziehung modern ist, aber das ist einfach nicht so. 

Die meisten Leute sind einfach ganz normale Paare, die Kinder haben, die ein Haus haben und diese Schritte gemeinsam gehen.

Die haben nur keine Stimme, die haben keine Zeit zwischen Arbeit, Beziehung und Kinder dann irgendwie noch darüber zu schreiben.

Von denen bekommst du nichts mit, die haben keinen Anspruch, damit in der Öffentlichkeit zu sein oder damit irgendwo anzuecken.

Eine offene Beziehung langfristig stabil aufbauen:

sich selbst finden durch polyamorie

Sich selbst finden durch Polyamorie

Mai: Vorletzte Frage: Wie kann man denn eine offene Beziehung langfristig und stabil leben?

Kathrin: Natürlich gibt es keine Zehn-Schritte Rezept wie das zu funktionieren hat, aber ich glaube da haben wir schon so viel im ersten Teil drüber gesprochen. 

Die Grundregeln: Die Ehrlichkeit, die Werte, die man gemeinsam teilt, das Commitment ist ganz wichtig. Immer wieder in Kommunikation zu sein.

Für mich ist ganz wichtig, im Fluss zu sein, also nicht im festen Konzept drin zustecken. Nur, weil wir jetzt offen sind, müssen wir es unbedingt durchziehen.

“Ich hatte schon drei Monate kein Date mehr, ich muss unbedingt mal wieder Daten,, sonst bin ich ja gar nicht mehr offen.”

Man hat vielleicht Phasen, wie wenn man einen Kinderwunsch hat, wo es vielleicht eine Zeit lang wieder geschlossener ist.

Vielleicht hat man dann mal wieder mehr das Bedürfnis unterwegs zu sein oder der eine hat mehr das Bedürfnis unterwegs zu sein und der andere nicht.

Sich nicht an dieser Form festzuhalten, sondern einfach mit dem Partner in Kontakt sein und gemeinsam schauen was gerade Sache ist.

Das gemeinsame Commitment und das gemeinsame Ziel zu haben gemeinsam zu wachsen. Das finde ich für eine nachhaltige Beziehung am wichtigsten.

Mai: Um da auch noch mal persönliche Erfahrungen einfließen zu lassen, was du gerade gesagt hast: Eine offene/ polyamore Beziehung bedeutet nicht den ganzen Tag lang zu daten.

Wenn ich überlege, wir leben jetzt seit drei Jahren offen und ich habe vielleicht irgendwas zwischen fünf und zehn Dates mit unterschiedlichen Männern gehabt.

Ich habe das Gefühl, die Leute denken ich gehe jedes Wochenende auf eine andere Party und hole mir jede Woche drei Typen von Tinder.

Es sind einfach unterschiedliche Bedürfnisse da, zu unterschiedlichen Zeiten. Man muss auch bedenken, ist mir auch erst im Nachhinein klar geworden: Oli und ich haben unsere Beziehung mitten in der Zeit als ich noch in Psychotherapie war und es mir nicht gut ging geöffnet.

Das war, glaube ich auch echt gut so, weil der Oli dadurch das ich natürlich down war und in der Zeit auch nicht besonders sexuell war, ich nur froh war, dass ich irgendwie leben konnte und mit mir irgendwie klarkam und sich der Oli in der Zeit Nähe und Sexualität woanders holen konnte. Wir aber trotzdem in Verbindung miteinander bleiben konnten.

In den Zeiten wo es mir dann besser ging, bin ich dann halt raus. Das ist ein Nebeneinander her, mal beide, mal der eine, mal der andere und da einfach zu schauen was brauche ich, wie geht es mir? Den Zyklus nicht vergessen: Frauen sind zyklische Wesen.

Wenn ich meine Periode habe, fühle ich mich nicht sexy und hab nicht so viel Lust. Ich will am liebsten drei Tage in meinem Bett liegen, Bücherlesen und in der Zeit möchte ich nicht gestört werden. Da gehe ich nicht raus und zieh mir was Heißes an.

Gleichzeitig brauche ich in der Zeit den Oli, mir tut es total gut, wenn er in der Zeit da ist und sich um mich kümmert und mich betüdelt.

Zwei-, dreimal hatte er dann Dates, die genau in die Zeit hereingefallen sind. Da ging es mir deutlich schlechter damit.

Da muss man auch schauen, wie es einem geht und vielleicht erkenne ich Muster wie z. B. unsere schöne Periode.

Kathrin: Gut das du es ansprichst. Natürlich muss man sich um sich selber kümmern dürfen aber ich finde gerade bei so etwas wie Schwangerschaft, Kinderwunsch oder auch Periode es wichtig, dass man da erkennt, was man gerade braucht.

Das es gerade für einen selber nicht gut ist, dass der Partner so viel im Außen ist oder sich mit anderen trifft, dann darf man das auch mal als Bedürfnis äußern, ob das vielleicht gerade möglich ist das mal kurz zu pausieren.

Man muss nicht immer alles akzeptieren und immer für alles offen sein, sondern man darf auch mal ein bisschen was für sich einfordern, finde ich. 

In spirituellen Kreisen geht es ja viel darum, dass man sich immer um sich selber kümmern muss und den Partner freilässt. 

Natürlich muss man den anderen freilassen aber ich finde das man auch mal seine Bedürfnisse äußern und sogar manchmal Forderungen stellen darf.

Offene Beziehung, Polyamorie und was es alles drum herum gibt

wie frei fuehlst du dich - polygamie

Dein Liebesleben - deine Regeln - Polyamorie / offene Beziehung

Mai: Ich wollte noch etwas ergänzen zu ganz am Anfang wo es um den Unterschied zwischen offener Beziehung und Polyamorie ging aus der ersten Folge.

Wir haben zwar gesagt, was die beiden Sachen sind, benutzen sie aber eigentlich die ganze Zeit zusammen weil wir einfach beide beides Leben.

Da noch mal ganz klar. Ich glaube die meisten Menschen können sich vorstellen wie eine offene Beziehung alleine ohne Polyamorie aussieht. Man geht für Sex außer Haus und kommt wieder heim und ist mit einem Partner zusammen.

Aber es gibt ja auch Paare, die haben nur eine polyamore Beziehung. Die sind z. B. im dreier Gespann miteinander zusammen, schlafen auch alle drei miteinander oder vielleicht nur die gegengeschlechtlichen Paare das kommt auf die sexuellen Präferenzen an.

Die sind aber nicht offen, die haben keinen Sex außerhalb des Gespanns.

Es gibt auch polyamore Beziehung, wo es gar keinen Sex gibt. Kenne ich auch, wo zwei Männer und eine Frau miteinander zusammen sind aber eine der drei Personen, hat keinen Sex mit den beiden, sondern die haben halt ein Kind und kümmern sich alle drei um das Kind.

Die lieben sich alle drei gegenseitig. Da ist nicht der Wunsch da miteinander zu schlafen.

Der eine hat woanders Sex und es kümmern sich alle drei um das Kind und das finde ich auch so schön.

Da einfach das Mindset zu öffnen und zu sagen: Das sind die Definition davon aber man kann es miteinander mixen oder irgendwie nur das eine oder das andere.

Das ist ein ganz weites Feld.

Kathrin: Bunt und es gibt nichts, was es nicht gibt. Aber stimmt, wir haben das jetzt immer alles gleichwertig behandelt aber es gibt so viele Formen davon und individuelle Umsetzungen.

Mai: Für mich war auch noch mal spannend, ich habe eine Zeit lang mit Oli und noch mit einer Frau in einer Beziehung gelebt und dann haben wir uns getrennt und dann war ich nur noch mit dem Oli.

Da kam ich in eine kleine Definitionskrise für mich selber: Bin ich jetzt noch Polyamorie, obwohl ich nur eine Beziehung führe? 

Polyamorie hat für mich persönlich nichts damit zu tun, wie viele Liebes und/oder Sexpartner ich habe. Ich bin als Mensch polyamor, genauso wie ich witzig oder charmant sein kann.

Das ist mein Mindset und auch wenn ich jetzt mal eine Zeit lang in einer geschlossenen Beziehung bin oder wenn ich Single bin, bin ich immer noch polyamor, so bin ich eben.

Der Traum eines Mannes: Eine offene Beziehung, oder? 

monogam, poly oder offen

Die gewünschten Freiheiten bei Polyamorie gehen geschätzt häufiger von Frauen aus.

Mai: Die letzte Community Frage von einer Frau: Wie viele Männer sind denn tatsächlich bereit dazu, eine offene oder polyamore Beziehung zu führen? 

Kathrin: Das weiß ich nicht. Spannend das dies eine Frau fragt. Ich habe eher die Beobachtung gemacht, dass viele Frauen den Anstoß geben und die Beziehung gerne öffnen und der männliche Part es nicht so gerne möchte.

Wo man eigentlich so denkt: Die Männer wollen das doch eher. Ich weiß es nicht. Ich habe keine Statistiken darüber.

Mai: Wie kommt das eigentlich das Männer, bei denen man denkt, die haben doch viel lieber noch eine dritte Frau im Bett das sie sich da so krass verschließen, wenn es darum geht noch einen weiteren Mann ins Bett zu holen?

Kathrin: Oder dieses Bild, das die Männer das dann für sich selber wollen, aber die Frau soll das bitte nicht machen.

Ist ein weites Feld. Spannender Beitrag für einen weiteren Beitrag/ Podcast sich Gedanken darüberzumachen was das mit Männern macht, wenn die ihre Partnerin “freigeben”.

Kathrins Projekt: Die Plattform für Leute in alternativen Beziehungen

Coach für offene Beziehungen und Polyamerie

Coach für offene Beziehungen und Polyamerie

Mai: Wenn jemand gerne poly leben möchte und auf Partnersuche ist, gibt es da irgendeine Plattform oder Gruppen, wo man Menschen finden kann?

Kathrin: Ich kenne tatsächlich keine aber ich weiß das viele von meinen Klienten auf Tinder und Co. unterwegs sind, wie seriös man da einen Partner finden kann, bezweifele ich aber, weil wir gerade über Plattformen sprechen. 

Es gibt bald eine Plattform von mir selber. Da geht es zwar nicht darum einen Partner zu finden und auf Kennlern-Suche zu gehen, sondern das wird eine Plattform für allgemeine Leute die in alternativen Beziehungen leben.

Da geht es dann darum, sich zu verbinden, sich auszutauschen, zusammenzuwachsen, sich mit solchen Themen zu beschäftigen die uns alle irgendwo betreffen. Das erste Thema wird Eifersucht sein, natürlich.

Ich habe einfach selber für mich gemerkt, wie schwierig es am Anfang ist, wenn man kein Umfeld hat, indem jemand Erfahrungen in Sachen: offene Beziehung hat.

Wie verloren und einsam man sich da manchmal vorkommt, weil man niemand hat, mit dem man reden kann, der einmal einen Rat geben kann, mit dem man sich austauschen kann.

Vor allem auch von anderen Erfahrungen lesen kann. Wie so etwas überhaupt laufen kann. Genau deswegen mache ich diese Community-Plattform für Leute wie du und ich, ganz normale Menschen die sich auf die Reise in einen offene/polyamore Beziehung begeben und Lust haben sich auszutauschen.

Da geht es jetzt nicht gleich darum eine Kontaktbörse auf die Beine zu stellen, sondern es soll um Wachstum, um Austausch und um Input gehen.

Mai: Dürfen da auch Leute rein die Single sind?

Kathrin: Ja klar jeder, der sich mit dem Thema beschäftigt und das gut findet und sich mit Gleichgesinnten verbinden möchte.

Und wie du auch gesagt hast, es geht nicht darum, ob ich auch offen genug dafür bin und führe ich wirklich eine offene Beziehung, wo ich drei Dates pro Monat habe, sondern es ist ein Mindset, eine Art zu leben und eine Einstellungssache.

Im Juli wird die Plattform eröffnet und es wird echt cool, weil das nicht so ein Forum ist, wie man das so klassisch kennt, wo man nur seine Fragen stellen kann, sondern es ist eine sichere Plattform, die auch nicht Social-Media ist, es ist nicht noch eine andere Facebook-Gruppe.

Es ist organisiert, es wird moderiert, es gibt Live-Sessions und vieles mehr. Es ist kein Forum, es ist keine Gruppe, sondern es ist wirklich eine Community. Sich mit Gleichgesinnten verbinden und gemeinsam diese Reise gehen.

Mai: Wie stelle ich mir das dann vor. Gibt es da monatlichen Input von dir? Gibt es da dann monatlich Diskussionsthemen, die du anstößt und dann können Leute noch aus ihrer Sicht erzählen, Fragen und Probleme in den Raum stellen und dann in den Austausch gehen?

Kathrin: Genauso ähnlich. Es gibt immer ein monatliches Thema und dazu gibt es immer Input von mir, nicht so das du zugeschüttet wirst und gar nicht mehr hinterherkommst.

Du kannst das machen, wie du das möchtest aber es gibt auch immer fragen, die ich anrege. Das Ganze kann in Form einer Umfrage kommen oder Multiplechoice.

Es gibt eine Kommentarfunktion, wo du ein bisschen deine Geschichte erzählen kannst, du kannst dich aber auch privat mit anderen verbinden, Nachrichten schreiben, du kannst kommentieren, du kannst deine eigenen Geschichten erzählen, du kannst Fragen stellen, an mich Fragen stellen.

Das man sich gut verbinden kann und Input bekommen kann. Und sich vor allem austauschen kann. Deswegen ist es auch nicht anonym, wie das manchmal so ist, sondern wir sind da alle mit Namen unterwegs und deswegen ist es auch eine extra gesicherte Plattform, wo nicht jeder einfach rein kann.

Mai: Megacool. Hast du da schon einen Preis, den du uns kommunizieren kannst oder magst?

Kathrin: Es wird ein Monatsabo geben. Du kannst dich als Einzelperson anmelden, was 19,90 Euro kostet oder du meldest dich als Paar an welches 24,90 Euro kostet.

Ganz moderat und es gibt wirklich viel Input und vieles zum Mitnehmen. Das wird cool und da freue ich mich total drauf.

Mai: Da bin ich sehr gespannt und die Informationen dazu kriegt man auch aus deinem Newsletter?

Kathrin: Genau. Das ist eine sehr gute Idee, sich da jetzt anzumelden, weil wie gesagt jetzt Anfang Juli kommt die Serie zum Thema Eifersucht, mit ganz viel Input und dann natürlich auch alle Informationen zur Community.

Wenn man erst mal ein bisschen was über mich lesen möchte, wie ich überhaupt ticke, dann findet man mich auch auf Instagram.

Mai: Schaut da gerne vorbei! Hast du uns eine Essenz, was der Leser oder Hörer aus diesem Beitrag mitnehmen soll?

Kathrin: Habe ich auf jeden Fall, erst mal Danke Mai, es war so inspirierend, ich fühle mich und ich glaube, das ist auch, was ich mitgeben möchte: Nehmt ein bisschen mehr Leichtigkeit mit in das Thema, nehmt ein bisschen mehr Spaß, mehr Toleranz, mehr Akzeptanz für das, was gerade ist.

Seid nicht immer so verbissen, es muss nicht immer das eine oder das andere Konzept sein. Es gibt tausend Möglichkeiten und seid einfach offen für das, was ist.

Traut euch, euch mit euch selber auseinanderzusetzen, mal hinzuhören: Was sind das für Wünsche, was sind das für Bedürfnisse?

Traut euch mit eurem Partner mehr zu sprechen, mehr Bewusstheit in die Beziehung zu bringen, mehr Offenheit und das muss nicht immer gleich sexuell gemeint sein.

Es muss nicht immer um Sexualität gehen, sondern es geht einfach darum, die Beziehung offen zu gestalten, miteinander zu gestalten, committet zu gestalten und einfach mehr bewusste Beziehungen zu leben anstatt irgendwelche Konzepte. 

Mai: Ich danke von Herzen, dass du dir die Zeit genommen hast,

Kathrin: Danke auch an alle die Fragen gestellt haben. Mega Podcast von der Mai ich fühle mich sehr geehrt, das ich dabei sein darf.

Mai: Vielen Dank an die Leser, dass ihr bis zum Schluss durchgelesen habt, ich hoffe, ihr konntet ganz viel mitnehmen.

Ich bin superangetan von der Kathrin. Vielleicht macht ihr auch gleich mal Instagram auf und folgt der Kathrin. 

Alles Liebe, eure Mai.

Wenn du jetzt noch den ersten Teil des Interviews mit Kathrin lesen oder hören möchtest, dann schau gerne hier vorbei.

Wir beantworten grundlegende Fragen aus der Community, sprechen unter anderem über die Unterschiede zwischen monogamen Beziehungen und polyamore/offene Beziehung, Beweggründe eine Beziehung zu öffnen, Grundregel, Eifersucht und vieles mehr.

Teile den Beitrag gerne damit das Thema seinen Platz in der Gesellschaft findet.

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Hi, ich bin Mai 😊 Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht Opfern sexuellen Missbrauchs zu zeigen, dass sie nicht alleine sind. Auch wenn eure Scham und Angst etwas anderes erzählen: Das ist nicht wahr! Und es kommt noch besser: Der richtige schöne Teil eures Lebens liegt noch vor euch! Ich habe es geschafft, aus dem schlimmsten Erlebnis meines Lebens, eine enorme Kraft zu ziehen & mein Leben nach meinen Ideen neu zu gestalten - also kannst du das auch! Deine Mai 💛

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